08 07. Abzweig vom Motorway nach Osh bis 8 km vor dem Töö-Pass 70 km - 1811HM

Den Vorschlag von Rinat, der mich gemeinsam mit Saikal für ALA-KOL Travel auf der Tour begleitet, erstmal mit dem Kleinbus, einem Mercedes Sprinter auf der vielbefahrenen M39 aus Bishkek rauszufahren,habe ich gerne angenommen.
Also bin ich erst am Abzweig der Nebenstraße nach Sosnovka aufs Fahrrad gestiegen. Hier herrschte im Vergleich zur M39 nur mäßiger Verkehr. Bis kurz hinter Sosnovka ging es zunächst flach los. Bei einer Temperatur von mehr als 35°C im Schatten, den es natürlich kaum gab, war es doch etwas anstrengend. 
Von Sosnovka ging es dann nach Süden und zunächst nur leicht bergauf. Die Strecke führte durch das schöne Kara-Balta-Tal, die schneebedeckten Gipfel des Tien Shan immer direkt vor mir. Bis zum Töö-Pass auf einer Höhe von ca. 3000m sollten es heute noch 50km und mehr als 2000 Höhenmeter werden. Später kamen zum moderaten Anstieg immer mal wieder steilere Abschnitte. Auf den zugehörigen Schildern stand immer 12%; wahrscheinlich gab es nur diese Schilder, als sie aufgestellt wurden. Die Laster überholten mich lautstark im 1. Gang und zogen schwarze Dieselwolken hinter sich her. Die Entgegenkommenden rochen teilweise penetrant nach verbrannten Bremsbelägen. Ich musste jetzt auch mehrmals Verschnaufpausen einlegen, war aber nicht der einzige, dem es so ging. Ich traf 2 Radreisende, die gerade einen Stopp am Straßenrandmachten: Schotten, die ungefähr dieselbe Tour geplant haben, wie ich.
Ungefähr 10km vor dem Pass war ich auf einer Höhe von 2200m und die Straße führte in Serpentinen so steil bergauf, dass ich beschloss, ein Stück zu schieben. Jetzt wurde es ziemlich plötzlich dunkler, kühler und windig. Etwa 8 km vor dem Pass auf ca. 2400 erreichte ich einige Hütten und Jurten. bevor das Gewitter richtig losging. Ich konnte gerade noch an einem Stand eine Coka kaufen und mich notdürftig unterstellen. Nach kurzer Zeit war ich trotzdem nass und mir wurde zunehmend kälter. War schon eine ziemlich blöde Idee, die Regensachen im Bus zu lassen, nur weil es unten so heiß war. Nach über einer Stunde wurde ich völlig durchgefroren von meinen beiden Rettern Saikal und Rinat mit dem Minibus erlöst. Wir verzichteten angesichts des Wetters und meines Zustandes darauf, vor dem Pass zu Zelten und fuhren nach einem tollen Abendessen, das Saikal vorher gekocht hatte, durch den Passtunnel und hinab in die Hochebene, wo Rinat kurz hinter Suusamir ein Gästehaus zum Übernachten fand.





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