Wieder zurück - Ein kurzer Rückblick

Nun bin ich seit 2 Wochen wieder zurück in Deutschland und habe mich auch von der Schokotorte beim Zwischenstopp in Istanbul erholt. ;)
Die zurückgelegte Strecke auf dem Rad ist etwas kürzer als geplant ausgefallen:
18 Etappen
878 km
11.209 m Anstieg
Das liegt einfach daran, dass einige Abschnitte im Bus oder im Lada zurückgelegt wurden; entweder weil sie zumindest für mich nicht mehr fahrbar waren oder weil wir z.B. gemeinsam ein Quartier für die Nacht gesucht haben.

An dieser Stelle möchte ich mich nochmal ganz herzlich für die tolle und liebevolle Betreuung durch Saikal und Rinat während der gesamten Tour bedanken.

Die Entscheidung, die Reise nicht alleine und unsupported zu machen, sondern auf das Angebot von ALA-KOL Travel zurückzugreifen,  war für mich absolut richtig und meine Erwartungen wurden deutlich übertroffen.  Ich brauchte mich um die gesamte Organisation unterwegs nicht kümmern. Es gab z.B. keine Schwierigkeiten mit der Sprache beim Einkaufen oder bei der Suche nach Gästehäusern zum übernachten, da ich weder Kirgisisch noch Russisch spreche.

Bis auf einen Platten gab es auch keine Probleme oder Pannen mit dem Rad. Lediglich die Befestigung der kleinen  Bikepacking-Tasche auf dem Handlebar-Pack war den rauhen Pisten nicht gewachsen und hat sich häufig gelöst.

Insgesamt hat mich die gesamte Reise tief beeindruckt.  Nicht nur fahrtechnisch auf den teilweise ziemlich ruppigen Pisten, sondern vor allem auch kulturell und von der Lebensweise der Menschen war ich auf dieser Tour ziemlich weit von der gewohnten Mitteleuropäischen Komfortzone entfernt. Ich habe z.B. gesehen,  dass Selbstverständlichkeiten wie fließendes Trinkwasser und Kanalisation in den Dörfern durchaus nicht selbstverständlich sind. Dafür aber Hilfsbereitschaft und Gastfreundlichkeit durchweg groß geschrieben werden.
Die Kinder bei den Halbnomaden in den Bergen machten trotz der sehr reduzierten und auch harten Lebensweise einen sehr lebhaften und glücklichen Eindruck. Ich hatte manchmal etwas mit fehlender Privatsphäre zu kämpfen, weil man nicht einfach eine Tür hinter sich zumachen kann, wenn es nur eine Jurte für mehrere Personen gibt. Insgesamt ziemlich weit entfernt von zuhause.

Im Nachhinein kann ich die Frage, ob sich die Reise für mich gelohnt hat und ob ich sie noch einmal machen würde nur mit einem klaren "ja, unbedingt" beantworten.
Die Landschaft, vor allem in den Bergen, ist phantastisch und einmalig. Absolut einsame Regionen,  in denen man manchmal den ganzen Tag niemandem begegnet, freundliche und hilfsbereite Menschen, wenige Touristen denen man meist nur an den wenigen Hot-Spots wie Song-Köl oder Issyk-Köl begegnet.
Ein me gelungene Reise in eine Büste dahin unbekannte Natur und Kultur.

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